Erdogan droht USA mit Ende der Partnerschaft
Die Türkei bedroht mit einer Verdopplung der Strafzölle hat Donald Trump die Wirtschaftskrise in der Türkei angeheizt.
12.08.2018

Ismet AYGUN

IMPNews  - Die Türkei bedroht mit einer Verdopplung der Strafzölle hat Donald Trump die Wirtschaftskrise in der Türkei angeheizt. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan warf der US-Regierung Rücksichtslosigkeit und Alleingänge vor - die Partnerschaft sei in Gefahr. "Wenn die Vereinigten Staaten die Souveränität der Türkei nicht respektieren und beweisen, dass sie die Gefahren, denen unsere Nation ausgesetzt ist, verstehen, könnte unsere Partnerschaft in Gefahr sein" schrieb Erdogan in dem am Freitagabend veröffentlichten Meinungsbeitrag.

Der türkische Präsident in dem Artikel (in The New York Times) forderte, Washington müsse "die fehlgeleitete Vorstellung aufgeben, dass unsere Beziehung asymmetrisch" sei. Die Türkei habe "Alternativen". Erdogan warf der Regierung von US-Präsident Trump Rücksichtslosigkeit und Alleingänge vor. "Wenn wir diesen Trend des Unilateralismus und der Respektlosigkeit nicht umkehren, werden wir uns auf die Suche nach neuen Freunden und Verbündeten machen müssen", schrieb der türkische Präsident.

Erdogan orientiert sich schon seit Längerem in Richtung Moskau, obwohl die Türkei Nato-Mitglied ist.

Erdogan vergleicht Putsch mit dem 11. September 2001

Hintergrund der aktuellen Eskalation zwischen Washington und Ankara ist der Streit über den in der Türkei festgehaltenen US-Pastor Andrew Brunson. Die USA fordern die Freilassung Brunsons und weiterer amerikanischer Staatsbürger. Türkische Ermittler werfen dem US-Pastor Verbindungen zum Prediger Fethullah Gülen vor. Brunson weist die Vorwürfe zurück.

In dem Gastbeitrag kritisiert Erdogan die Weigerung der Trump-Regierung scharf, den türkischen Prediger Gülen auszuliefern. Dieser lebt in Pennsylvania. Gülen steht nach Darstellung Erdogans hinter dem Putschversuch in der Türkei vor zwei Jahren. Erdogan schrieb nun, der Putschversuch in der Türkei 2016 ähnele dem, "was das amerikanische Volk zweifellos nach Pearl Harbor und den Angriffen vom 11. September erlebt habe".

Erdogan verwies in seinem Beitrag auch auf gemeinsame Militäraktionen der USA und der Türkei, etwa in Afghanistan. Die Türkei ist seit 1950 Nato-Partner der USA. Die türkische Luftwaffenbasis in Incirlik wird von US-Streitkräften genutzt.

Trumps Tweet ließ Lira auf Rekordtief absacken

Trotz der langen Zusammenarbeit hätten es "die Vereinigten Staaten wiederholt und konsequent versäumt, die Bedenken der türkischen Bevölkerung zu verstehen und zu respektieren", schrieb Erdogan nun. "Und in den letzten Jahren wurde unsere Partnerschaft durch Meinungsverschiedenheiten auf die Probe gestellt. Leider haben sich unsere Bemühungen, diesen gefährlichen Trend umzukehren, als sinnlos erwiesen."

Nachdem US-Präsident Trump am Freitag die Verdoppelung der Sonderzölle auf Stahl und Aluminium aus der Türkei angeordnet hatte, sackte die Lira auf ein Rekordtief ab. Für einen Dollar wurden zeitweise 6,87 Lira fällig, zu Monatsbeginn mussten weniger als 5 Lira für einen Dollar ausgegeben werden. "Unsere Beziehungen zur Türkei sind derzeit nicht gut", twitterte Trump. Er verwies ausdrücklich darauf, dass die Lira "schnell gegenüber unserem sehr starken Dollar abrutscht!"

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